UULM PRO MINT & MED

Die Universität Ulm verfolgt mit dem Projekt UULM PRO MINT & MED das Ziel, Studierenden den Studieneinstieg zu erleichtern und die Studienbedingungen sowie die Qualität der Lehre nachhaltig zu verbessern. Für die Umsetzung der Ziele wurden in den einzelnen Fachbereichen Studienlotsen/innen als Schnittstelle zwischen Lehrenden und Lernenden eingestellt, die in der Medizin die folgenden Maßnahmen entwickelt haben.

 

 

Angebote für alle medizinischen Studiengänge

  • Multiple Choice für Einsteiger

    Ein Großteil der Prüfungsfragen in der Medizin wird im sogenannten Multiple-Choice-Stil gestellt. Der Kurs „Multiple Choice für Einsteiger“ wurde in Zusammenarbeit mit der Stelle für Prüfungsweiterentwicklung konzipiert und bereitet die Studienbeginner in der Humanmedizin, Zahnmedizin und Molekularen Medizin auf das für sie bis dahin größtenteils unbekannte Terrain der Multiple Choice Prüfungen vor. In der Veranstaltung wird auf den grundlegenden Umgang mit diesem Prüfungsformat eingegangen, es werden typische Fallstricke exemplarisch besprochen, die für die Studierenden zu unnötigen Punktverlusten führen können (etwa Übertragungsfehler, versehentlich doppeltes Ankreuzen, etc.) sowie die verschiedenen Arten von Multiple Choice Fragen vorgestellt, deren Besonderheiten es zu beachten gilt.

  • Wahlfach „Studieneinstieg für internationale Studierende“

    Das Wahlfach richtet sich vornehmlich an Medizinstudierende, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im nicht-europäischen Ausland erworben haben, und damit offiziell als „Bildungsausländer“ gelten. Für diese internationalen Studierenden ist der Einstieg in das Medizinstudium besonders anspruchsvoll: Sprachliche Anforderungen im Alltag und auf der medizinischen Fachsprachenebene, kulturelle Unterschiede im Umgang mit anderen Studierenden oder Lehrkräften, unterschiedliche Erfahrungen in der Bildungssozialisation sowie Herausforderungen bei der Bewältigung des Alltags erschweren den Start ins Studium.
    Wir bieten dieser Zielgruppe ein Wahlfach, das vom Kennenlernen der Räumlichkeiten und Angebote an der Universität über die Einweisung in die unterschiedlichen Computersysteme (Corona, LSF, Moodle) bis hin zu Lernstrategien und Zeitmanagement vielfältige Unterstützung bei der Studien- und Lernorganisation anbietet.

    Konkrete Fallbesprechungen und Rollenspiele zu Alltagssituationen an der Universität sollen helfen, kulturelle Missverständnisse und mögliche Konfliktsituationen zu vermeiden und das Verständnis auf beiden Seiten zu fördern.

    Außerdem beinhaltet der Kurs eine Einführung in wissenschaftliches Arbeiten und erfordert die Präsentation eines Kurzvortrages, um das freie Sprechen vor Kommilitonen und das Erstellen von Hausarbeiten für die Seminare im vorklinischen Studienabschnitt einzuüben.
    Das Wahlfach wurde in das Curriculum integriert. Es beinhaltet eine benotete Prüfung und ermöglicht bei Bestehen den Scheinerwerb.

    Molekularmediziner können sich das Seminar als Additive Schlüsselqualifikation (ASQ) anrechnen lassen.

  • Fachsprachenkurs „Deutsch für Mediziner“

    Der vom Sprachenzentrum angebotene Fachsprachenkurs „Deutsch für Mediziner“ bietet ausländischen Medizinstudierenden eine gezielte Vorbereitung auf die Kommunikation mit Patienten und Kollegen. Der Kurs beinhaltet sowohl das Erlernen der fachspezifischen medizinischen Ausdrucksweise als auch kultureller Besonderheiten.

Humanmedizin

  • Studientrack Allgemeinmedizin – Erste Praxiserfahrung für Studierende der Humanmedizin ab dem 1. Semester

    Im Studientrack Allgemeinmedizin, der in enger Kooperation mit der erfahrenen Hausarztpraxis A4 Neu-Ulm angeboten wird, haben 12 Studierende der Humanmedizin aus dem ersten vorklinischen Semester die Möglichkeit, für drei Semester in allgemeinärztlichen Fallbesprechungen und persönlichen Patientenkontakten notwendige Kompetenzen, Kenntnisse und Fertigkeiten der allgemeinärztlichen Patientenversorgung zu lernen und gleichzeitig den vorklinischen Wahlfachschein zu erlangen. Ziel des Programms ist es, frühzeitig Interesse für diesen wichtigen Schlüsselbereich der Gesundheitsversorgung zu wecken und interessierten Studierenden eine persönliche Schwerpunktsetzung „Allgemeinmedizin“ im regulären Medizinstudium zu ermöglichen.

    Im Fokus liegt, neben der Vermittlung der nötigen Theorieinhalte, insbesondere das Erlernen erster praktischer Fertigkeiten in der Vorklinik. Unter der Anleitung erfahrener Tutoren, erlernen die TeilnehmerInnen im Skills Lab an den drei Stationen ‚Untersuchung Herz / Lunge‘, ‚Vitalparameter‘ und ‚Hygiene auf Station‘ erste Basisfertigkeiten, die sie auf den anschließenden Einsatz in der kooperierenden Hausarztpraxis optimal vorbereiten. Der Einsatz in der Hausarztpraxis bietet den TeilnehmerInnen die Gelegenheit, die erlernten Fertigkeiten im praktischen Alltagseinsatz zu vertiefen und zu erweitern.

  • Studientrack „Train the Tutor“ – Tutorenausbildung für Studierende der Humanmedizin

    Seit dem WS 2012/2013 können besonders lehrinteressierte Studierende am medizindidaktischen Ausbildungsprogramm „Train the Tutor (TtT)“ teilnehmen. Dabei werden Studierenden des 5. klinischen Semesters zunächst in einem Basisseminar medizindidaktische Grundlagen zu Lernzielen, Unterrichtsplanung, Lehrmethoden, Gruppendynamik und Feedback vermittelt. Anschließend wenden die Teilnehmer die neu erworbenen Kenntnisse in einem vorklinischen Tutoriat gezielt an und dokumentieren ihre Lehrtätigkeit in einem Portfolio. Ergänzt wird diese Praxisphase durch Unterrichtsbesuche, Coaching sowie ein abschließendes 360°-Feedback. Ein Aufbauworkshop zu den Themen Präsentationstechniken, Vermittlung praktischer Fertigkeiten und Mündlich-Praktische Prüfungen vervollständigt das Programm.

    Für das zunächst am Institut für Anatomie und Zellbiologie entwickelte Konzept konnten inzwischen auch die beiden Physiologischen Institute gewonnen werden. Nachdem mit dem erfolgreichen Abschluss der zweiten Kohorte die Projektphase beendet ist, ergänzt das Programm seit dem WS 2014/2015 als Track „Lehren lernen“ das Angebot an individuellen Studientracks.

  • Surgical Skills Lab

    Innovatives Wahlfach für die Vorklinik verbindet Skills-Training mit klinischer Problemlösung
    Studierende des vierten vorklinischen Semesters, die kurz vor dem ersten Staatsexamen in der Regel über fundierte anatomische und physiologische Kenntnisse verfügen, sollen in jedem der 5 Seminartermine schrittweise einen exemplarischen klinischen Fall lösen. Der Fokus liegt dabei nicht auf der vorgezogenen Vermittlung klinischer Fachinhalte, sondern auf dem frühzeitigen Einüben von klinischem Denken und Problemlösung.

    Ergänzt werden die fallbasierten Seminartermine durch abgestimmte Übungstermine im Chirurgischen Skills Lab, das ausnahmsweise bereits für vorklinische Studierende geöffnet wird. Je nach den Anforderungen des besprochenen Patientenfalls werden praktische Fertigkeiten aus dem Bereich Hygiene, Erstuntersuchung, Notfalldiagnostik- und therapie bzw. OP-Vorbereitung trainiert. Angeleitet werden die Teilnehmer dabei durch Tutoren mit spezieller didaktischer sowie unfallchirurgischer Qualifikation. So vorbereitet wird zu Semesterende allen Teilnehmern eine ganztätige Hospitation im Bundeswehrkrankenhaus ermöglicht.

  • Tutorium „Fit in der Biochemie“ und Tutorium „Fit in der Physiologie“

    Medizinstudierende werden mit einer Fülle an medizinischem Wissen konfrontiert. Für das Bewältigen der in der medizinischen Lehre verbreiteten MC-Prüfungen ist oft ein sehr detailliertes Lernen notwendig. Diese Notwendigkeit und die Fülle an Stoff, erfordern ein effizientes Vorgehen für das Erlernen neuer Sachverhalte. Für viele Studierende stellt dies eine Herausforderung dar, weshalb der Fokus individueller Lernstrategien oft auf kurzfristige und exakte Wiedergabe von Gelerntem abzielt. Dabei kommt die eigentliche Auseinandersetzung sowie nachhaltiges Erfassen der Inhalte oft zu kurz.

    Um die Studierenden begleitend zum Eigenstudium darin zu fördern, sich aktiv mit Lehrinhalten auseinanderzusetzen, wurden in den Fächern Biochemie und Physiologie tutorengestützte Lerngruppen eingeführt. Die Studierenden haben die Möglichkeit, in Kleingruppen neue Inhalte zu erarbeiten. Durch Wiederholen, Anwenden und Übertragen von Erlerntem, sollen sie ihr Wissen festigen und erweitern, was die Voraussetzung für einen nachhaltigen Lernprozess darstellt. Hierbei profitieren die Studierenden nicht nur vom Wissensaustausch untereinander, sondern auch von motivationsfördernden Effekten der Gruppendynamik. Die Studierenden und ihr Tutor/ ihre Tutorin sprechen sich bezüglich der Lerninhalte ab. Somit können die Treffen an die Bedürfnisse der Gruppe angepasst und eine lernfördernde Atmosphäre geschaffen werden.

  • Physikumsrepetitorium zur Vorbereitung auf die M1-Prüfung

    In Kooperation mit dem Institut MEDI-LEARN wird für alle potentiellen Physikumsteilnehmer ein Repetitorium zur Vorbereitung auf den 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (Physikum) durchgeführt. Das Repetitorium findet an 28 Kurstagen jeweils vor dem 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung im Herbst in Räumlichkeiten der Universität Ulm statt. Der Kurs beinhaltet eine Einführungsveranstaltung mit Informationen zu Lernplanung und Lernstrategien, mehrtägige Prüfungsvorbereitungen zu vorklinischen Fächern und eine Prüfungssimulation.

Human- und Zahnmedizin

  • NAWI upgrade – Mathe-Vorbereitungskurs und Prüfungsvorbereitung für Zahn- und Humanmediziner

    Zur Auffrischung der mathematischen Grundlagen, die für die naturwissenschaftlichen Fächer Physik und Chemie vorausgesetzt werden, wird den Studierenden der Studiengänge Human- und Zahnmedizin dieser Vorbereitungskurs angeboten. Studierenden, die der Mathematik eher fern stehen oder die schon längere Zeit keinen Mathematikunterricht mehr hatten, wird dieser Kurs unbedingt empfohlen. Auch für Studierende mit guten mathematischen Vorkenntnissen kann das NAWI upgrade eine sinnvolle Wiederholung und Ergänzung zum Beginn des Medizinstudiums sein, denn Lehrende setzen diese Basiskenntnisse in ihren Lehrveranstaltungen als bekannt voraus.

    Darüber hinaus beinhaltet das NAWI upgrade eine gezielte Vorbereitung auf die Teilklausuren der Fächer Physik und Chemie.

    In den tutorenbegleiteten Veranstaltungen erarbeiten die Studierenden die Übungsaufgaben, die von den Lehrenden in den naturwissenschaftlichen Fächern zur Verfügung gestellt werden.

Molekulare Medizin

  • „Science Circle“ für Molekularmediziner – Einblicke in die Ulmer Forschungslandschaft für Studierende der Molekularen Medizin

    Der „Science Circle" dient dazu, im Studiengang Molekulare Medizin bereits zu Beginn des Studiums erste Kontakte zwischen Studierenden und Lehrenden bzw. Forschungseinrichtungen herzustellen und den Studierenden einen ersten Einblick in die Ulmer Forschungslandschaft zu gewähren. So werden Studierende frühzeitig an die exzellente Forschung der Universität Ulm herangeführt und lernen mit Wissenschaftlern zu diskutieren. Zu dem einmal monatlich stattfindenden „Science Circle" werden jeweils zwei bis drei Lehrende, Forscher oder Gastdozenten der Universität Ulm eingeladen, die in aller Kürze ihr Fach, ihre Einrichtung und ihre aktuellen Forschungsprojekte vorstellen. In entspannter Atmosphäre können die Studierenden Fragen an die Wissenschaftler stellen, um auf diesem Weg die verschiedenen Forschungsgebiete an der Universität  Ulm besser kennenzulernen.

  • Tutorium „Chemie der Elemente“

    Auf die Studierenden des ersten Semesters kommen zeitgleich mehrere inhaltliche und organisatorische Herausforderungen zu, die teilweise zu einer großen Unsicherheit führen. Besondere Schwierigkeiten für die Studierenden der Molekularen Medizin bereiten die Inhalte der „Chemie der Elemente“. Das chemische Nachhilfe-Tutorium unterstützt die Studierenden bei Nachbereitung dieser Veranstaltung und ermöglicht den Teilnehmern sich mit dem Stoff noch einmal aus einer anderen Perspektive als in der Vorlesung und Seminar auseinander zu setzen. Diese Maßnahme wurde in Kooperation mit dem Fachbereich Chemie initiiert und wird vom Fachbereich Medizin angeboten.

  • Tutorium „Bioinformatik“

    Das Nachhilfetutorium „Bioinformatik“ wird begleitend zu der Vorlesung „Einführung in die Bioinformatik“ angeboten und unterstützt die Studierenden der Molekularen Medizin mit Übungsaufgaben bei der Nachbereitung der Vorlesung „Einführung in die Bioinformatik“.

  • Evaluationsnachmittag – Vollversammlung im Studiengang Molekulare Medizin zur kontinuierlichen Verbesserung der Studienbedingungen

    Im Studiengang Molekulare Medizin findet einmal pro Semester eine „Vollversammlung“ statt, zu der neben allen Bachelor - und Masterstudierenden auch alle Lehrenden und Dozenten des Studiengangs Molekulare Medizin eingeladen werden. An diesem Evaluationsnachmittag wird über die Studiengänge, die Lehrevaluation und das Curriculum gesprochen und „Best Practice“- Beispiele vorgestellt. Studierende und Lehrende werden durch den Evaluationsnachmittag aktiv in die Semesterabläufe mit eingebunden, mittel- und langfristig wird durch den Evaluationsnachmittag eine kontinuierliche Verbesserung der Studienbedingungen gewährleistet.