Studium mit Profil: wenn sich Kompetenzen ergänzen

Das Ulmer Ausbildungsprofil wird durch unser „Puzzle“ symbolisiert, in dessen Zentrum die medizinische Fachkompetenz steht. Die übrigen Puzzleteile ergänzen die medizinische Fachkompetenz und gewährleisten, dass am Ende des Studiums
in Ulm „der gute Arzt“ steht – unabhängig davon, ob Sie später in die Klinik oder in die Forschung gehen oder eine eigene Praxis gründen.

Denn wenn Sie an der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm studieren, verfügen Sie am Ende über Kompetenzen
in allen Bereichen des Ausbildungsprofils. Hierzu zählen – neben den fachlichen Kompetenzen – Schlüsselqualifikationen
wie z. B. Kommunikationsfähigkeit, wissenschaftliches Arbeiten, Qualitätsmanagement, lebenslanges Lernen oder Lehrkompetenz. Sie besitzen somit alle wichtigen Voraussetzungen für professionelles ärztliches Handeln.

 

  • Medizinische Fachkompetenz

    Der/die Absolvent/in kann aufgrund seines/ihres Wissens und seiner/ihrer Kompetenzen in alle Bereiche der ärztlichen Weiterbildung eintreten.

    Die erforderlichen, grundlegenden ärztlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten für eine umfassende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung beziehen sich auf:

    • biologische und naturwissenschaftliche Grundlagen der normalen und veränderten Körperfunktionen

    • körperliche und geistig-seelische Gesundheit

    • Gesundheitsvorsorge, Risikofaktoren und Krankheitsfrüherkennung

    • Kontinuum von Normalität bis Gesundheitsstörung und Krankheit

    • ausreichend praktische Erfahrung im Umgang mit Patientinnen und Patienten

    • fächerübergreifende Betrachtungsweise von Krankheiten

    • Diagnostik: Anamnese, körperliche Untersuchung, kritische Auswahl ergänzender diagnostischer Methoden und deren Durchführung und Interpretation, soweit sie
nicht dem Spezialist/innen vorbehalten sind; Synopsis der Ergebnisse und Befunde; Problemanalyse, Erstellen von Diagnosen und Differentialdiagnosen als Arbeitshypothesen

    • Therapie und ärztliche Betreuung: kritische Auswahl geeigneter Therapieformen, auch unter Berücksichtigung der persönlichen Situation der erkrankten Person; Erstellen von begründeten Behandlungsplänen; Durchführung von Behandlungsformen, die nicht dem/der Spezialist/in vorbehalten sind

    • fortlaufende Überprüfung von Arbeitshypothesen und Behandlungserfolgen, Abschätzen der Folgen ärztlichen Handelns ggf. Anpassen der Strategie

    • Eigenverantwortung von Patientinnen und Patienten und Complianceförderung

    • Betreuung von chronisch Kranken, multimorbiden Menschen, Menschen mit Krankheitsfolgen, unheilbar Kranken und Sterbenden

    • Beachtung der gesetzlichen Vorgaben, die sich auf Diagnose, Therapie und ärztliche Behandlung sowie deren Dokumentation beziehen
  • Notfallversorgung

    Der/die Absolvent/in ist bereit und kompetent, bei akut bedrohlichen Situationen erweiterte ärztliche Hilfe zu leisten.

    Dazu gehören insbesondere:

    • Die Fachkompetenz, akut bedrohliche Situationen zu erkennen und rasch und zielgerichtet zu handeln, um die akute Bedrohung abzuwenden oder die Situation mit den zur Verfügung stehenden Mitteln solange zu überbrücken, bis weitere Hilfe eintrifft („Erste Ärztliche Hilfe“)

    • Grundkompetenzen in der ambulanten Notfallversorgung

    • Fähigkeit zur Weichenstellung bezüglich des weiteren diagnostischen und therapeutischen Vorgehens

    • Beachtung der gesetzlichen Vorgaben bzgl. ärztlicher Hilfe
  • Kommunikation

    Der/die Absolvent/in beherrscht die ärztliche Kommunikation.

    Insbesondere ist sie/er bereit und in der Lage:


    • mit Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen, auch bei Gesprächen belastenden Inhalts, in angemessener, respektvoller Weise und in verständlicher Sprache zu kommunizieren

    • mit Kolleginnen und Kollegen, der Vertretung anderer Gesundheitsberufe und mit weiteren Personen des Gesundheitswesens in angemessener und adäquater Sprache in Wort und Schrift zu kommunizieren, einschließlich der fachgerechten und zeitnahen Erstellung von Arztbriefen

    • mit Patientinnen und Patienten mit Kommunikationshindernissen eine kommunikative Basis zu schaffen

    • die einschlägigen gesetzlichen und professionellen Regeln zu beachten, insbesondere die der Aufklärung und der Schweigepflicht
  • Teamarbeit

    Der/die Absolvent/in praktiziert konstruktive Teamarbeit und löst medizinische Probleme gegebenenfalls fächerübergreifend.

    • Er/Sie praktiziert und fördert die gute Zusammenarbeit mit Kollegen, mit der Vertretung anderer medizinischer Berufsgruppen und mit Personen des Gesundheitssystems

    • Er/Sie kennt die Aufgaben der wesentlichen Fachdisziplinen, Berufsgruppen und Versorgungssektoren im Rahmen einer arbeitsteiligen Patientenversorgung und hat die Fähigkeit, die Behandlung zu koordinieren
  • Interessen von Patient und Gesellschaft

    Der/die Absolvent/in vertritt die Interessen der Patienten/innen wie auch die der Allgemeinheit. Er/Sie beachtet die gesellschaftlichen, rechtlichen, administrativen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen Patientenversorgung und ärztliche Berufsausübung stattfinden.

    Der/die Absolvent/in kennt und beachtet:

    • die sozialen Aspekte von Gesundheit und Krankheit und berücksichtigt sie im ärztlichen Handeln. Insbesondere gilt dies für die Einflüsse von Familie, Gesellschaft, Arbeitsplatz und Umwelt auf die Gesundheit und auf die Bewältigung von Krankheitsfolgen

    • die grundlegenden Kenntnisse und Fertigkeiten in den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation

    • die wichtigsten sich wandelnden Strukturen, Institutionen und Funktionen des Gesundheitswesens sowie die einschlägigen gesetzlichen Vorschriften und Regularien

    • seine/ihre eigene Rolle innerhalb des Systems der Patientenversorgung und kann diese reflektieren
  • Management

    Der/die Absolvent/in ist bereit und fähig:

    • die ökonomischen Auswirkungen des ärztlichen Handelns zu beachten und als Ärztin/Arzt verantwortungsvoll mit den verfügbaren Ressourcen umzugehen

    • Selbst- und Zeitmanagement anzuwenden
 ärztliches Qualitätsmanagement zu betreiben
  • Ärztliche Haltung

    Der/die Absolvent/in kann als reife Persönlichkeit sein/ihr Handeln nach ärztlichen Wertmaßstäben, Haltungen und Einstellungen ausrichten und ist dazu bereit.

    Dazu gehören insbesondere folgende Kompetenzfelder:

    • Kenntnisse der historischen, rechtlichen, geistigen und ethischen Grundlagen ärztlichen Verhaltens und Handelns

    • Aufbau eines verantwortungsbewussten, respektvollen Arzt-Patienten-Verhältnisses unter besonderer Berücksichtigung des Patientenwillens und individueller Wertvorstellung
    • Berücksichtigung der medizinischen, psychischen und sozialen Situation der Patientinnen und Patienten, der Angehörigen und aller mit der Betreuung Verbundenen

    • Umgang mit ethischen Konfliktsituationen

    • Achtung der eigenen Gesundheit

    • Beachtung der eigenen Grenzen, Selbstkritik, Selbstreflexion
    • Grundkenntnisse über menschliches Verhalten insbesondere in Krisen- und Belastungssituationen und über supportive Maßnahmen zu deren Überwindung
  • Lebenslanges Lernen

    Der/die Absolvent/in hat das Wissen, die Fertigkeiten und die Einstellungen, die ihn/sie zum lebenslangen Lernen befähigen.

    Insbesondere ist er/sie bereit und fähig:

    • zum Erwerb, zur Erhaltung und Weiterentwicklung professioneller Kompetenz

    • zur Aneignung jeweils aktueller fachspezifischer Standards, um sie zur Basis
eigenen kompetenten Handelns zu machen

    • zur Weiterbildung und zu ständiger Fortbildung
 zum Informationsmanagement, d.h. Beschaffen, Bewerten und Einordnen von Informationen
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Forschen

    Der/die auf wissenschaftlicher Grundlage ausgebildete Absolvent/in beachtet die Prinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens und Forschens sowie deren Bedeutung für das ärztliche Denken und Handeln.

    Dazu gehören insbesondere die Fähigkeit und Fertigkeit:

    • zur Durchführung wissenschaftlicher Arbeiten nach den Grundsätzen guter wissenschaftlicher und ggf. klinischer Praxis sowie nach den ethischen Grundsätzen in Wissenschaft und Forschung

    • zur selbstständigen Formulierung konkreter Fragestellungen, die auf wissenschaftlicher Grundlage (durch Literaturrecherche, Test oder
wissenschaftliche Bearbeitung) beantwortet werden können

    • wissenschaftliche Arbeiten und Resultate selbstständig zu recherchieren, kritisch zu lesen, zu interpretieren und umzusetzen
  • Lehren

    Der/die Absolvent/in hat die Bereitschaft und die Fähigkeit, eigene Kompetenzen weiterzugeben und andere bei der Entwicklung ihrer Kompetenzen zu unterstützen.

    • Dazu steht ihm/ihr ein Grundinstrumentarium an medizindidaktischen Kenntnissen und Fertigkeiten zur Verfügung

    • Er/Sie verfügt über Basiserfahrung in der Vermittlung berufsrelevanter Kompetenzen