Dr. Alpaslan Tasdogan

Herr Alpaslan Tasdogan absolvierte das Studium der Humanmedizin und Molekularmedizin an der Universität Ulm und ist Assistenzarzt in der Klinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Ulm und seit 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Immunologie.

Im Rahmen des Forschungskolleg soll anhand des in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hans Jörg Fehling generierten Mll5-defizienten Mausmodells der Verlust von dem zuvor unbekannten Gen Mll5 (Mixed-Lineage-Leukemia-5) auf hämatopoetische Stammzellen und myeloische Leukämien untersucht werden. Ein weiteres geplantes Versuchsvorhaben dient dem Zweck festzustellen, ob der mit einer chromosomalen 7q-Deletion einhergehende Verlust des MLL5-Gens in primären humanen Leukämiezellen zur Veränderung von zellulären Prozessen führt. Darüberhinaus ist das Ziel des beantragten Versuchsvorhabens festzustellen, inwieweit veränderte zelluläre Prozesse in 7q-deletierten (MLL5-defizienten) AML Patientenzellen den in der Klinik beobachteten aggressiven Phänotyp verursachen.

Die genaue Kenntnis dieser molekularbiologischen Interaktionen ist nicht zuletzt eine Grundvoraussetzung für neue wirkungsvolle pharmazeutische und medizinische Ansätze.


Julia Würtemberger (neé Schubert)

Julia Würtemberger beendete das Studium der Humanmedizin 2014 und befindet sich seitdem in der Facharztausbildung für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsklinik Ulm. Im Rahmen dieser arbeitete sie ein Jahr lang in der pädiatrischen Onkologie. In diesem Bereich liegt auch ihr wissenschaftliches Interesse.

Im Rahmen des Projekts des Else Kröner-Forschungskollegs sollen Neuroblastomzellen in vitro und in vivo hinsichtlich spezifischer molekularer Pathomechanismen analysiert werden. Dabei sollen Zielstrukturen für eine gerichtete Therapie identifiziert werden. Speziell geht es dabei um die Proteinphosphatase 2, deren katalytische Untereinheit (PPP2CA) an der Regulation der Aurora Kinase A beteiligt ist und somit möglicherweise eine Bedeutung für die Aggressivität des Neuroblastoms hat.

Dr. Sven Estenfelder

Funktionelle Resistenzmechanismen unter Behandlung der CLL mit den small molecule inhibitors Ibrutinib, Idelalisib und ABT-199

Dr. med. Sven Estenfelder beendete sein Studium 2012 an der Universität Dresden und ist seit 2013 als Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik für Innere Medizin III in Ulm beschäftigt.
Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Leukämie des Erwachsenen mit sehr unterschiedlichen Verlaufsformen. Als wirksamste Therapie wurden bisher Kombinationen von CD20 Antikörpern und Chemotherapeutika verwendet. Mit dem Einsatz neuer Biologika erleben wir aktuell jedoch einen Paradigmenwechsel, da diese Substanzen selbst als Monotherapien und bei stark vortherapierten Patienten ausgezeichnete Wirkung zeigen. In diesem Projekt sollen anhand von Proben therapierefraktärer Patienten Resistenzmechanismen untersucht und charakterisiert werden mit dem Ziel diese zu überwinden.

Dr. Mridul Agrawal, M.Sc.

Mridul Agrawal beendete im Jahr 2014 sein Studium in Humanmedizin und Health Economics (M.Sc.) an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. In diesem Rahmen folgten Auslandsaufenthalte an die Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, sowie die Medizinische Fakultät der Universität Zürich. Seit Mai 2014 ist Herr Agrawal als Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik für Innere Medizin III (Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie/Rheumatologie und Infektionskrankheiten) am Universitätsklinikum Ulm tätig.

In der aktuellen WHO-Klassifikation werden die akute myeloische Leukämie (AML) mit Translokation t(8;21)(q22;q22) und Inversion bzw. Translokation 16 [inv(16)(p13.1q22); t(16;16)(p13.1;q22) als eigene Entität innerhalb der Subgruppe der AML mit rekurrenten genetischen Veränderungen aufgeführt und den sog. core-binding factor Leukämien zugeordnet. Trotz hoher Remissionsraten liegt die Heilungsrate der CBF-AML aufgrund häufiger Rezidive bei nur ca. 50-60%. Welche genetischen Veränderungen im Krankheitsverlauf für das Auftreten eines Rezidivs ursächlich sind, ist bislang ungeklärt.

Im Rahmen des durch das Else-Kröne-Forschungskolleg geförderten Projekts soll die Charakterisierung der klonalen Evolution der CBF-AML unter Verwendung moderner molekularer Techniken erfolgen. Durch die Analysen sollen neue Einblicke in die Biologie und Pathogenese der CBF-AML gewonnen werden, die einen wichtigen Beitrag für zukünftige Behandlungsstrategien liefern.

Dr. med. Jan Krönke

Herr Dr. Jan Krönke beendete sein Medizinstudium 2006 an der Universität Heidelberg und ist seitdem als Arzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik für Innere Medizin III tätig. Von 2011 bis 2014 absolvierte Herr Krönke einen Postdoc-Aufenthalt am Brigham and Women’s Hospital in Boston. Dort arbeitete er an der Aufklärung des molekularen Mechanismus des Thalidomid- Analogons Lenalidomid, einer Substanz, die sich durch eine hohe Wirksamkeit bei der Behandlung des Multiplen Myeloms und des Myelodysplastischen Syndroms mit Verlust eines Teils des Chromosoms 5. Lenalidomid bindet an die Ubiquitin Ligase CRBN-CRL4 und aktiviert diese zur spezifischen Ubiquitinierung der lymphoiden Transkriptionsfaktoren IKZF1 und IKZF3, die dann durch das Proteasom abgebaut werden. Der Verlust dieser beiden Proteine ist verantwortlich für die Wirksamkeit von Lenalidomid beim Multiplen Myelom und möglicherweise auch anderen Erkrankungen. Der Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit liegt in der weiteren Untersuchung dieses Mechanismus und der Identifizierung von Markern, die das Ansprechen auf eine Lenalidomid-Therapie vorhersagen können.

Dr. Eugen Tausch

Identifikation und Charakterisierung pathogenetisch und prognostisch relevanter Kandidatengene bei der CLL

Dr. med. Eugen Tausch beendete 2010 sein Studium an der Universität Regensburg und ist seit 2011 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistenzarzt in der Klinik für Innere Medizin III in Ulm tätig.

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Leukämieform im Erwachsenenalter. Die Krankheitsverläufe sind sehr heterogen, die Pathogenese noch weitgehend ungeklärt. Genmutationen werden nicht nur mit der Krankheitsentstehung in Zusammenhang gebracht, sondern konnten bereits als wichtige prognostische Faktoren identifiziert. In diesem Projekt soll das genetische Profil der Erkrankung in gut charakterisierten Kollektiven untersucht werden, um Assoziationen mit klinischen Verläufen und insbesondere dem Ansprechen auf unterschiedliche Therapien zu ermitteln.

Dr. med. Martina Gatzka

Molekulare Mechanismen der altersabhängigen Chronifizierung von T-Zell vermittelten Entzündungsprozessen bei Psoriasis vulgaris und arthritis im PL/J CD18hypo- Mausmodell und beim Menschen

Die Psoriasis ist mit einer Prävalenz von 2-5% eine häufige, chronische Immundermatose mit Beteiligung von Haut und Gelenken. Infolge aberranter T-Zell Aktivierung durch derzeit nicht bekannte Antigene kommt es zu einer chronisch Entzündung der Haut mit sekundärer epidermaler Hyperproliferation und Manifestation erythrosquamöser Plaques sowie im Verlauf bei 10-40% der Psoriasis-Patienten auch zu einer destruierenden und mutilierenden Arthritis (PsA).
Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen anhand des in der Arbeitsgruppe etablierten CD18hypo Mausmodells die immunologischen Mechanismen näher untersucht werden, die an der gestörten Selbst-Toleranz und altersabhängigen Chronifizierung der Psoriasis vulgaris und Arthritis beteiligt sind unter besonderer Berücksichtigung der Alterungsvorgänge des Immunsystems. Hierzu wird Frau Dr. Gatzka neuste Erkenntnisse über die Regulation der T-Zellentwicklung und Mechanismen der zentralen und peripheren Immuntoleranz aus verschiedenen murinen Autoimmunmodellen anwenden sowie auch humane immunologische Daten auswerten. 

Dr. med. Sabine Kayser

Frau Dr. med. Sabine Kayser beendete 2005 das Studium der Humanmedizin und ist seit Januar 2006 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Innere Medizin III angestellt.
Ihr wissenschaftliches Interesse besteht seit ihrer Promotionszeit in der Identifikation und Beschreibung genetischer Veränderungen bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) sowie Erforschung deren klinischen Bedeutung. Ihr spezieller Fokus liegt in der genauen molekularbiologischen und klinischen Charakterisierung aktivierender FLT3 Mutationen, welche sich in etwa 25% der AML-Patienten finden. Das FLT3-Gen kodiert für eine Tyrosinkinase, die eine wichtige Rolle im Wachstum und der Differenzierung von hämatopoetischen Stammzellen spielt. Dadurch bieten Mutationen im FLT3-Gen ein attraktives Target für eine molekular zielgerichtete Inhibition. Im Rahmen der Förderung durch das Else Kröner-Forschungskolleg wird Frau Dr. med. Kayser sich neben der detaillierten molekularen Charakterisierung des FLT3-Gens vor allem mit dem pharmakodynamischen Monitoring der FLT3-Inhibitortherapie im Rahmen einer großen multizentrischen Therapiestudie beschäftigen. 

Dr. med., Dipl. Mol. Med. Univ. Jochen K. Lennerz

Im Forschungskolleg arbeitet Dr. Lennerz an einem Thema der translationalen Tumorfoschung. Es geht dabei um die Rolle des Onkogens c-MET als Biomarker im klassischen Hodgkin Lymphom. Unter anderem wird getestet, welche Ansätze im Zentrum der klinisch zur Verfügung stehenden c-MET-basierten Therapiestrategien stehen sollten. Dr. Lennerz absolvierte sein Medizin- und Molekularmedizin-Studium in Erlangen, seine Facharztausbildung Pathologie in den USA (St. Louis und Boston) an der Washington University und dem Massachusetts General Hospital/Harvard Medical School. Er setzte dabei klinische Schwerpunkte; insbesondere in den Gebieten der molekulargenetischen, der gastrointestinalen, sowie der chirurgischen Pathologie. Zur Vertiefung seiner hämatopathologischen Ausbildung arbeitet er bei dem Lymphompathologen Prof. Peter Möller (Universität Ulm). Neben der translationalen Tumorforschung ist Dr. Lennerz in den Gebieten der digitalen Bildanalyse sowie der Schmerz- und Migräneforschung aktiv.

Dr. med. Melanie Schirmer

Genetische Charakterisierung pädiatrischer akuter lymphoblastischer Leukämien im NOD/SCID hu-ALL-Modell 

Frau Dr. med. Melanie Schirmer beendete 2008 ihr Studium der Humanmedizin und ist seit 2009 als Ärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Ulm tätig.
Bereits seit der Promotionsarbeit gilt ihr wissenschaftliches Interesse den molekularen Grundlagen akuter Leukämien. Akute lymphoblastische Leukämien sind die häufigste Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter. Trotz großer Fortschritte in der Behandlung sind 20% der Leukämien therapieresistent oder führen zu einem Rückfall (Rezidiv). Die Erforschung der genetischen und molekularen Grundlagen dieser Resistenzen sowie die Erprobung neuer Therapieansätze u.a. in einem dafür entwickelten Mausmodel sind Schwerpunkt des aktuellen Projekts im Else Kröner-Forschungskolleg. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer Proteinfamilie, den „Inhibitor of Apoptosis“ (IAP) Proteinen, die in vielen soliden Tumoren und Leukämien vermehrt vorliegen und sich daher als Ansatzpunkt für neue, zielgerichtete Therapien eignen.

Dr. med. Andrea Schnaiter

Identifikation und Charakterisierung pathogenetisch und prognostisch relevanter Kandidatengene bei der CLL

Frau Dr. med. Andrea Schnaiter beendete 2008 Ihr Studium und ist seit August 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Assistenzärztin in der Klinik für Innere Medizin III in Ulm tätig.
Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Leukämieform im Erwachsenenalter. Die Krankheitsverläufe sind sehr heterogen, die Krankheitsentstehung noch weitgehend ungeklärt. Bisher sind nur wenige Genmutationen bekannt, die die Entstehung und Prognose der CLL beeinflussen. Daher sollen in diesem Projekt weitere pathogenetisch und prognostisch relevante Kandidatengene identifiziert und in einem gut charakterisierten Kollektiv untersucht werden, um Assoziationen mit bekannten Prognosefaktoren und klinischen Verläufen zu ermitteln. Ein weiteres Ziel besteht darin, Subgruppen für gezielte Therapieansätze zu definieren. Die pathogenetische Relevanz der Kandidatengene soll schließlich funktionell in vitro und in vivo untersucht werden.