Pressemeldungen ab 2019

aktuell

73 Millionen Euro für Forschungsbau: Gebäude für Multidimensionale Trauma-Wissenschaften entsteht an der Uni Ulm

An der Universität Ulm entsteht ein einzigartiger Forschungsbau für „Multidimensionale Trauma-Wissenschaften“ (MTW). Das fast 5000 m2 große Gebäude soll passgenau auf die Bedürfnisse der Forschenden aus Medizin und Naturwissenschaften zugeschnitten werden. Ab voraussichtlich 2024 beherbergt der Neubau unter anderem hochspezialisierte biomedizinische Labore, eine Biobank für Blut- und Gewebeproben aus aller Welt sowie ein klinisches Studienzentrum. Das insgesamt über 73 Millionen Euro teure Gebäude wird aus Bundesmitteln, vom Land Baden-Württemberg sowie von der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm finanziert. Der Ausschuss Forschungsbauten des Wissenschaftsrats bezeichnete den Ulmer Antrag als „herausragend“: Nie gingen in diesem Förderverfahren mehr Bundesmittel nach Baden-Württemberg.

Mehr

Netzhautscans bei psychischen Erkrankungen

Die Diagnose psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie ist selbst für erfahrene Psychiater oft herausfordernd. Denn die Symptome können sehr vielfältig sein: Bei der Schizophrenie reichen sie von Halluzinationen und Wahnvorstellungen bis zur völligen Antriebslosigkeit, wie sie auch bei schweren Depressionen vorkommt. Die Suche nach biochemischen Markern im Blut oder Nervenwasser sowie nach Hinweisen durch bildgebende Verfahren, die eine Diagnose untermauern könnten, war bisher nicht erfolgreich. Doch nun haben Ulmer Neurologen und Psychiater Auffälligkeiten an der Netzhaut im Auge von Schizophrenie-Patienten entdeckt. Im Fachjournal Schizophrenia Research gehen sie der Frage nach, ob eine Augenuntersuchung mit der Optischen Kohärenztomographie (OCT) einen Beitrag zur besseren Diagnostik bei psychischen Erkrankungen leisten kann.

Mehr

Für eine Medizin der Menschlichkeit Wissenschaftliches Symposium anlässlich des 85. Geburtstags von Prof. Hans Joachim Winckelmann

Die Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin wäre ohne ihn um viele wegweisende Publikationen und Debatten ärmer: Professor Hans Joachim Winckelmann. Seit 1972 hat er am Standort Ulm die Medizin- und Naturwissenschaftsgeschichte sowie die Ethik in der Medizin geprägt, sowohl in der Forschung als auch in der Lehre. Anlässlich seines 85. Geburtstags widmet ihm nun die Universität Ulm ein Wissenschaftliches Symposium. Die Festveranstaltung findet am 8. Mai ab 14:00 Uhr im Gewölbesaal des Hauses der Stadtgeschichte statt.

Mehr

Eine Million Euro für EU-Projekt: Zugang von Minderheiten zur medizinischen Versorgung im Fokus

Im Gesundheitswesen eines Landes spiegeln sich in vielerlei Hinsicht die soziale Gerechtigkeit und die Integration von Minderheiten in der Gesellschaft wider. Obwohl europäische Richtlinien eine Gleichbehandlung aller Menschen – unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, Religion oder sexueller Orientierung vorsehen – werden diese Vorgaben ganz unterschiedlich in nationale Gesetze umgesetzt. Im europäischen Forschungsprojekt „Healthcare as a Public Space. Social Integration and Social Diversity in the Context of Access to Healthcare in Europe“ nimmt Professor Florian Steger, Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Ulm, die soziale Diversität und den Zugang von Minderheiten zur Gesundheitsversorgung in Deutschland, Kroatien, Polen und Slowenien in den Blick.

Mehr

Heilsames Klettergerüst für Nervenzellen Peptid-Nanofasern helfen Neuronen bei der Regeneration

Werden bei einem Verkehrs- oder Arbeitsunfall Nervenfasern durchtrennt, ist die ruhige Hand eines Neurochirurgen gefragt: die offenliegenden Nervenenden müssen wieder miteinander verbunden werden. Doch es gibt auch Biomaterialien, die ein enormes Potential zur Regeneration von verletztem Nervengewebe haben. Chemiker der Universität Ulm und des Max Planck Instituts für Polymerforschung haben nun Nanofibrillen aus Peptiden identifiziert, die bei der Heilung verletzter Nerven des Peripheren Nervensystems helfen. Sie fördern sowohl Wachstum und Regeneration der Neuronen als auch deren Anhaftung.

Mehr

Patientenherz statt Herz aus Stein. Trauma kann jeden treffen, Tierversuche helfen, Leben zu retten

Der Verein "Ärzte gegen Tierversuche" will Forschenden der Universität Ulm das "Herz aus Stein" für den "schlimmsten Tierversuch des Jahres" verleihen. Die Universität Ulm respektiert die Meinung der Ärzte gegen Tierversuche, lehnt diesen Negativpreis jedoch vehement ab. Gemeinsam mit Kollegen aus Medizin und Naturwissenschaften protestieren die kritisierten Forschenden insbesondere gegen die Unterstellung des Vereins, ihre Experimente seien "absurd" und "grausam". Tatsächlich dienen die Versuche einer besseren Behandlung schwer verletzter Unfallopfer.

Mehr

Dauerstress stört die Frakturheilung Überreaktionen des Immunsystems behindern Knochenneubildung

Wenn Knochen brechen, dauert es schon im Normalfall Wochen, bis diese wieder verheilt sind. Ein Forscherteam der Universität Ulm hat nun gemeinsam mit Fachkollegen aus Kalifornien herausgefunden, dass chronischer psychosozialer Stress die Knochenheilung massiv behindert. In der aktuellen Studie konnten sie zudem zeigen, dass sich diese stressbedingten Knochenheilungsstörungen mit Hilfe des Betablockers Propranolol beheben lassen. Dieser blockiert die Kommunikation von Stresshormonen des sympathischen Nervensystems mit verschiedenen Immunzellen und verhindert damit eine stressvermittelte Überreaktion des Immunsystems.

Mehr

Amtsantritt bei Jahrestagung. Prof. Ludolph ist Präsident der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft

Bei der Göttinger Jahrestagung der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft (NWG) hat Professor Albert Ludolph am 23. März sein Amt als gewählter Präsident der Fachgesellschaft angetreten. Bis 2021 steht der Ärztliche Direktor der Universitätsklinik Ulm für Neurologie an der Spitze des gemeinnützigen Vereins. Professorin Christine Rose von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nahm gleichzeitig die Arbeit als Vizepräsidentin auf.

Mehr

Borderline: Übermannt von Gefühlen. Spiegelneuronen sind bei BPS-Patientinnen stärker aktiviert

Sie durchleben extreme Stimmungsschwankungen, sind impulsiv und haben häufig Probleme mit ihrem Umfeld. Überdurchschnittlich oft sind es junge Frauen, die vom Borderline-Syndrom betroffen sind. Unter dieser komplexen Persönlichkeitsstörung, auch BPS abgekürzt, leiden nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Partner und Bezugspersonen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Ulm und Innsbruck haben nun mit Hilfe einer funktionellen Bildgebungsstudie die Hirnaktivitäten von Patientinnen mit Borderline-Störung untersucht und sind dabei auf einen interessanten Befund gestoßen.

Mehr

Neue Heisenberg-Professorin Pamela Fischer-Posovszky. Fettgewebe verstehen, um Übergewicht zu bekämpfen.

Übergewicht und Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, sind weltweit zu einer Epidemie geworden. An der Ulmer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin erforscht Professorin Pamela Fischer-Posovszky, warum und wie die übermäßige Ansammlung von Fettgewebe den Organismus krank macht. Nun hat die Biologin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Heisenberg-Professur erhalten, um sich neuen Behandlungsmethoden von Adipositas zu widmen.

Mehr

Forschende verjüngen Immunsystem. Blutbildende Stammzellen als Schlüssel zu starken Abwehrkräften.

Mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem immer schwächer: Dadurch sind Seniorinnen und Senioren nicht nur anfälliger für Infektionen. Auch Impfungen – zum Beispiel gegen Grippe – wirken weniger gut. Nun ist es Ulmer Wissenschaftlern um Professor Hartmut Geiger und Professor Reinhold Schirmbeck gelungen, das körpereigene Abwehrsystem im Modell zu verjüngen. Schlüssel hierzu sind blutbildende Stammzellen: Im Zuge ihres Forschungsvorhabens konnten die Autoren zudem die wichtige Rolle dieser Stammzellen bei der Alterung des Immunsystems nachweisen. Die in der renommierten Fachzeitschrift „Blood“ erschienenen Ergebnisse tragen in Zukunft womöglich zu einem gesünderen Altern und besseren Impferfolgen bei Senioren bei.

Mehr

Cholesterolsenker als Risiko in der Schwangerschaft. Forschende weisen Fehlbildungen bei Fischembryonen nach.

Täglich nehmen Millionen Deutsche Cholesterolsenker ein - darunter nicht nur Senioren. Bisher galten die so genannten Statine als relativ nebenwirkungsarm, doch nun mahnen Ulmer Forschende um Professorin Melanie Philipp bei einer Einnahme in der Schwangerschaft zur Vorsicht. Die Gruppe hat die Rolle von Cholesterol während der Embryonalentwicklung untersucht: Anhand von Zebrafischembryonen konnten sie nachweisen, dass ein durch Statine gesenkter Cholesterolspiegel zu massiven Fehlbildungen führt. Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind im Fachjournal "Communications Biology" erschienen.

Mehr

Kniearthrose mit intelligentem Knorpelersatz stoppen. 5,5 Millionen Euro für die Forschung zu neuen Biomaterialien.

Weltweit leiden rund 242 Millionen Patienten unter einer Arthrose des Kniegelenks. Bisher gibt es für den fortschreitenden Knorpelverschleiß keine ursächliche Therapie – und nicht selten endet die lange Krankheitsgeschichte mit einem künstlichen Gelenk. Doch nun will eine Forschergruppe aus acht europäischen Ländern Ersatzmaterialien für die Therapie von Knorpeldefekten entwickeln: Dreidimensionale Stützstrukturen („Scaffolds“) mit integrierten „intelligenten“ Nanomaterialien sollen die Knorpelregeneration fördern. Das vom „Instituto de Investigação e Inovação“ (i3s) der Universität Porto geleitete Projekt RESTORE wird für rund vier Jahre mit 5,5 Millionen Euro von der EU-Kommission gefördert. Aus Ulm ist das Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik der Universitätsmedizin beteiligt.

Mehr

Genschalter "live" bei der Arbeit beobachtet. Transkriptionsfaktor SRF mit Spezialmikroskop untersucht.

Ein Lichtschalter hat zwei Zustände, er ist entweder an oder aus. Bei einem Genschalter ist die Sache etwas komplizierter. Wie komplex und dynamisch das Zusammenspiel zwischen DNA und Genregulatoren ist, haben Ulmer Forscherinnen und Forscher am Beispiel des Transkriptionsfaktors SRF untersucht, und zwar "live" auf Einzelzellebene. Das Ergebnis: eine wesentliche Rolle bei der Steuerung der genetischen Aktivität spielen Bindungsstelle und Bindungsdauer, über die der untersuchte Transkriptionsfaktor mit der DNA interagiert. Veröffentlicht wurde die Studie in der angesehenen Fachzeitschrift PNAS.

Mehr

Mit Drittmittelrekord ins 53. Universitätsjahr - Preisregen und Batterieforschung beim Dies academicus

Beim Dies academicus der Universität Ulm hat Universitätspräsident Professor Michael Weber auf ebenso bewegte wie erfolgreiche Monate zurückgeblickt und Zukunftsperspektiven der Universität aufgezeigt. Neben Preisverleihungen stand einer der größten Erfolge der letzten Jahre im Fokus des Festakts: das neue Exzellenzcluster zur Batterieforschung.

Mehr